Docklands

Eine flache, weiße Brücke überspannt einen Fluss. Auf der rechten Flussseite stehen neue, moderne Häuser mit viel Glas. Im Hintergrund sind zwei Schornsteine mit rot-weißer Bemalung. Der rechte Schornstein qualmt. Links im Bild ist eine Kaimauer, an der im Hintergrund ein großes, altes Segelschiff angelegt hat. Der Himmel hat fast die selbe Farbe wie das Wasser im Fluss.

Läuft man von der O'Connell Bridge Richtung Osten, führt einen der River Liffey (auf Deutsch: Fluss Liffey) direkt zu den sogenannten Docklands. Im Grunde handelt es sich dabei um einen ehemligen Vorort Dublins, in dem überwiegend Hafenarbeiter gewohnt haben. Kleine, meist einstöckige Reihenhäuser in den Seitenstraßen stammen noch aus dieser Zeit.

Auf eine Zeit, in der die Docklands kaum Beachtung fanden, folgte eine intensive Bauphase. Während des großen Wirtschaftsaufschwungs in Irland, der ungefähr von 1995 bis 2008 anhielt, wurde der Bereich kurz vor dem Hafen immer weiter ausgebaut. Moderne Bürokomplexe und Wohnungen entstanden unmittelbar am Flussufer. Einige der Häuser aus früheren Zeiten lassen die großen, neuen Glasgebäude unwirklich erscheinen.

Gegensatz von alt und neu. Altes Arbeiterwohnhaus und modernes Bürogebäude in den Docklands.

Blick auf den River Liffey. Ein altes Segelschiff und neue Gebäude am Ufer. Baukräne im Hintergrund.

Am linken Flussufer (aus der Perspektive betrachtet, in die der Fluss fließt: Richtung Osten/Meer) wenige hunder Meter östlich des Custom House trifft man auf merkwürdige Gestalten. Die lebensgroßen und sehr dünnen Figuren erwecken den Eindruck, als würden sie mühsam Richtung Hafen laufen.

Dieses Denkmal von Rowan Gillespie namens Famine Memorial (auf Deutsch: Hungersnot-Denkmal) erinnert an die große Hungersnot in Irland 1845 - 1849. Mehr als eine Million Iren sind zu dieser Zeit gestorben. Eine weitere Million hat das Land unter schwersten Bedingungen Richtung Amerika, Kanada oder Australien verlassen. Im Land selber gab es keine Nahrung mehr. Die Kartoffelernten waren mehrfach hintereinander schlecht ausgefallen, weil die Pflanzen von einer damals neuartigen Kartoffelfäule befallen waren. Weil die Anbaubedingungen für andere Lebensmittel in Irland nicht ausreichen, entstand eine Lebensmittelknappheit.

Famine Memorial

Famine Memorial. Nahaufnahme einer ausgemärgelten Figur, die einen leblosen Körper trägt.

Famine Memorial. Nahaufnahme einer ausgemärgelten Figur mit Hut, die ein Päckchen in den Händen trägt.

Famine Memorial. Nahaufnahme einer ausgemärgelten Figur mit Kopftuch und einem Päckchen in den Händen.

Neben den neuen Häusern und beeindruckenden Denkmälern finden in den Docklands auch regelmäßig Events statt. So zum Beispiel der jährliche Christmas Market (auf Deutsch: Weihnachtsmarkt). Für deutsche Besucher eine ungewöhnliche Situation im Ausland deutsche Stände mit deutschem Essen und zum Teil sogar deutschem Personal zu entdecken. Von den in Dublin lebenden Menschen werden Glühwein und Bratwürstchen jedenfalls gut angenommen und besonders am Wochenende ist hier immer etwas los. Wer also in der Vorweihnachtszeit in Dublin ist sollte auf jeden Fall in den Docklands vorbeischauen.

Kleiner Triumphbogen als Eingangsbereich zu einem Weihnachtsmarkt in den Docklands.

Eingangsschild zum Weihnachtsmarkt: 12 days of Christmas. Traditional Festive Market. December 10th -23rd.

Weitere Informationen/Tipps:

Weitere Informationen sind auf der Webseite der Docklands zu finden.

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