O'Connell Street

Die O'Connell Street ist nicht nur eine der breitesten Straßen in Europa (46 Meter im Norden und 49 Meter im Süden), sondern wohl auch eine der berühmtesten Straßen in Dublin. Auf einer Länge von 550 Metern reihen sich Geschäfte, Straßenhändler und Fast-Food-Ketten aneinander.

Hausfassaden und Straßenzug in der O'Connell Street

Auf jeder Seite der Straße befindet sich ein breiter Fußweg. An die Fußwege grenzen die beiden befahrbaren Straßenbereiche, die wiederum von einem großzügigen Fußweg in der Mitte getrennt werden. Falls man eine Pause von dem Gedränge auf den Seitenwegen braucht, ist das Mittelstück sehr zu empfehlen. Von hier hat man einen wunderbaren Blick auf die historischen Gebäude, wie z. B. das 'General Post Office' (Abkürzung: GPO).

Auf die O'Connell Street gelangt man von Norden über die Frederick Street und von Süden über die O'Connell Bridge. Bei einem Spaziergang von Süd nach Nord kann man Folgendes erleben:

Süden

Mitte

Norden

Geschichte

Ursprünglich war die O'Connell Street nur ein Drittel so breit und um ein Viertel kürzer als heute. Auch trug sie nicht immer den Namen O'Connell Street, der an den irischen Freiheitskämpfer Daniel O'Connell (Statue) erinnert. Der ursprüngliche Name aus dem 17. Jahrhundert lautete: Drogheda Street, ausgehend von dem 'Earl of Drogheda' Henry Moore. In den 1780er Jahren wurde die schrittweise Umbenennung in Sackville Street abgeschlossen. Diese Benennung erfolgte nach Lionel Sackville, dem Duke of Dorset. Erst im Jahre 1924, nach dem Osteraufstand (auf Englisch: Easter Rising) erhielt die Straße ihren heutigen Namen: O'Connell Street.

Maßgeblich an der Gestaltung der O'Connell Street beteiligt war die Familie Gardiner. Luke Gardiner (gestorben 1755), ein Bänker aus Dublin, war unter anderem für die sogenannte Gardiner's Mall verantwortlich. Zur Verbreiterung der Drogheda Street ließ er sämtliche Gebäude abreißen und erbaute die Gardiner's Mall auf der gesamten Länge von der Parnell Street bis zum heutigen Spire (ungefähr 300 Meter). Spätere Verbreiterungen der Straße wurden von der Wide Streets Commission (auf Deutsch: Breite Straßen Kommission) erlassen. 1916 stand die Sackville Street im Fokus des Osteraufstandes (auf Englisch: Easter Rising). Patrick Pears verkündete vom General Post Office (GPO) die Unabhängigkeit Irlands von den Briten. 1922 brach der Bürgerkrieg aus und die Sackville Street wurde blutiger Schauplatz der Kämpfe zwischen Gegnern und Befürwortern des Anglo-Irischen-Vertrages.

Anglo-Irischer-Vertrag

1921 wurde mit dem Anglo-Irischen-Vertrag (auf Englisch: The Treaty oder Articles of Agreement) der Grundstein für einen Irischen Freistaat gelegt. Irland sollte weiterhin zum Britischen Empire gehören, dürfte aber als eigenständiges Herrschaftsgebiet auftreten. Sechs Grafschaften im Norden (Nordirland) sollten weiterhin zum Vereinigten Königreich gehören. Die Unterzeichnung des Vertrages war der Auslöser für den Bürgerkrieg 1922. Heute besteht diese Teilung fort. Die Irische Republik umfasst 26 Grafschaften aufgeteilt auf die vier Provinzen Leinster (wozu auch Dublin gehört), Munster, Connacht und Ulster. In Ulster gehören sechs der neun Grafschaften zu Nordirland. Aufgrund der Zugehörigkeit zu Groß Britannien wird dort mit dem Britischen Pfund bezahlt, anstatt wie in der Republik Irland mit dem Euro.

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